Die Anwendungsbeispiele werden nur in Kurzform vorgestellt und bewertet.   Diese SITE wird von Zeit zu Zeit erweitert.

Vergleich der physikalischen  Plattenqualität.
Fragestellung: ist die Schichtdicke über die Gesamtfläche hinweg gleich ?

Testbeispiel 1:  HPTLC Kieselgel 60 F 254 GLAS
Testsubstanzen: Farbstoffmischung III CAMAG
Mobile Phase: Toluol

Testbeispiel 2: Schichthomogenität. HPTLC Kieselgel 60 F 254 Alufolie
Testsubstanzen: Farbstoffmischung III CAMAG
Mobile Phase: Toluol

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Beispiel 1 GLAS-Platte:
Das Ende der 8 Integrationstracks liegt in allen 8 Positionen am äußeren Rand des gelb-orangenen Ringes außen etwa bei Pr 1.0. Die 5 relativ gut zu erkennenden Ringe sind alle zentral positioniert und rund. Eine genaue Vermessung würde zeigen - hier im Bild nicht vorgenommen - dass die Abweichung von der Rundheit nicht größer als 1 % beträgt. Das Chromatogramm ist ganz geringfügig ellipsoid.

Beispiel 2 Aluminiumfolie:
Das Ende der 8 Integrationstracks liegt nicht in allen 8 Positionen am äußeren Rand des gelb-orangenen Ringes. Die Abweichung bei Track 1 gegen 5 oder 2 gegen 6 ist größer als 5 %, das heißt: die Platte ist in  der oberen Hälfte deutlich dicker beschichtet.  Eine genaue Vermessung würde zeigen - hier im Bild nicht vorgenommen - dass auch keine ellipsoide Verschiebung der Ringe vorliegt, vielmehr sieht man deutliche Pr-Wert-Fehler zwischen dem blauen und dem roten Ring.

Diskussion: Arbeitet man mit Plattenmaterial der Art Platte 2 wie oben ist es kein Wunder, daß
Pr-Werte unqualifiziert wären, man sieht dies jedoch nicht so gut und vergleicht nicht PLANAR sondern auf isolierten Trennbahnen. Hier ist die Kraft der Planarität im Beispiel Vergleich 1 zu 2 besonders eindrucksvoll.  Beachte: dieses Bild 2 ist nicht etwa verfälscht durch einen falsch eingestellten Zentrumspunkt - oben im Bild Plattenbesipiel 2 als roter Punkt zu sehen. Die von der Circularsoftware eingezeichneten Tracks sind nämlich von 1 bis 8 gleich lang.
Da es sich um kommerzielles neuestes Plattenmaterial Produktion 2008 handelt, darf man Qualitätseinbrüche auch bei der Massenproduktion nicht ausschliessen sondern muss auf Qualitätskontrolle PLANAR achten. Wir empfehlen den Plattengherstellern planare Qualitätskontrolle einzuführen.

Produktvergleichs-Beispiel 1:  Vergleichsanalyse. HPTLC Kieselgel 60 F 254 Alufolie
Testsubstanzen: 1 Authentische und 3 nicht-authentische Produkte.
Mobile Phasen: manuelle Multiphasen mit Zwischentrocknung, im Beispiel drei Phasen mit sinkender Elutionskraft.. Vom Start nach Fokussierung zuerst 30 mm Durchmesser mit 10 % CH3OH in CH2Cl2, Trocknen, danach auf 50 mm Durchmesser mit 5 % CH3OH in CH2Cl2, Trocknen, danach auf 70 mm Durchmesser bis Pr 1.0 CH2Cl2 100 %;
CAMAG UV  Lampe 254 nm

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Produktvergleichs- Beispiel 1:
Ohne jeden Zweifel ist das Produkt Q3 nicht gleich dem Produkt A. Ebenfalls völlig zweifelsfrei ist Produkt A nicht gleich Produkt Q1. Q1 ist sicher ungleich dem Produkt Q2. Es war aber angenommen worden, dass alle Produkte gleich sind.

Die Planar-Chromatographie erlaubt gerichtsfeste Aussagen zur Ungleichheit von Produkten, weil durch das partielle Überlappen von Chromatogrammen sichere Feststellungen bei Ungleichheit möglich sind, ohne dass mehr analytischer Aufwand z.B. mit spektroskopischer Detektion einschliesslich MS notwendig ist.

Anders ist die Situation, wenn die Produkte GLEICH aussehen. Die tatsächliche Gleichheit zu sichern erfordert sehr viel mehr Aufwand.

Diskussion zu Produktvergleichs-Beispiel 1:
Entscheidend in der qualitativen µ-PLC ist das Überlappen der zu vergleichenden Proben. Im Bild oben überlappt A mit Q3 richtig, d.h. zu ca. 5-10% der Bogenlänge zwischen A (authentisch) und Q3.  Q2 ist unnötig weit überlappt. Dieses etwas fehlerhafte Beispiel soll jedoch nur zeigen: Überlappung macht keine Probleme beim kritschen Vergleich mit der entscheidenden Fragestellung: Ist die fragliche Probe Q3 ungleich der authentischen Probe A ? Das Urteil lautet: 100 %ig sicher:”UNGLEICH”

Hier ist keinerlei quantitative Auswertung nötig. Allerdings muss gesichert sein: der Analytiker ist in der Lage, die Proben RICHTIG vorzubereiten, zu dosieren, zu trocknen, zu fokussieren, wieder zu trocknen und jetzt richtig zu chromatographieren. Wie für solche Analysen die Proben richtig vorbereitet, dosiert, fokussiert, chromatographiert werden (mit derBetonung RICHTIG) folgt auf anderen Seiten. Siehe auch das ausführliche englische Internet-Buch vom gleichen Autor.

Verbesserung der Signalstärke durch Umwandlung der grünen UV Untergrundfarbe in GRAU. Eine einfache Sache mit Graphics software wie Corel Paint Shop pro Photo XI oder PhotoImpact XL. Die Anwendung ist elegant und einfach nach wenigen Stunden Training erlernt.  Eine ungleiche Plattenbeleuchtung wird nach Farbumwandlung in der Regel deutlicher sichtbar und hilft die eigene Technik zu verbessern z.B. durch die Art der UV-Lampe oder den Beleuchtungswinkel. Hier liegt keine Datenmanipulation vor, denn es geht um Vergleichsanalytik. Eine Rauschminderung z.B. würde die ganze Fläche erfassen und wäre somit gleichartig für alle vier Proben im Bild links. Der entscheidende Befund, dass die authentische Probe A nichts mit den anderen zwei Proben Q zu tun hat ist eindeutig und zweifelsfrei.
T ist ein Test zur Kontrolle der Polarität.

corr-last

Produktvergleich zur Frage im Bild unten :

gibt es qualitative oder quantitative Unterschiede im Spurenbereich ? In diesem Falle wird mit dem feinsten Pinsel eine etwa 1 %ige Produktlösung als gebogener Keil mit feiner Spitze um das Plattenzentrum bei Produkt “A” auf die rechte Plattenseite, bei Produkt “Q” auf die linke Plattenseite “gemalt” Die spitzen sollen um einige Gradwinkel (oder mm) überlappen. Soll nur geprüft werden, ob das Produkt des einen Lieferanten mit dem des anderen übereinstimmt, reicht ein Bogenstrich auf der einen und auf der anderen Plattenseite, die sich ebenfalls gering überlappen. Stets sollte eine Farbtestmischung als dritter Bogen oben die beiden Produktbogenlösungen ebenfalls leicht überlappend verbinden - siehe im Bild unten. Entscheidend ist die völlige Trocknung der Dosierbögen und eine notfalls dreifache Fokussierung mit jeweils totaler Trocknung zwischen jedem Arbeitsschritt. So kann zB auch eine wässrige oder eine wässrig ethanolische Fokussierung zu scharfen Startbögen führen. Manchmal ist auch eine mobile Phase wie Methylenchlorid ein gutes Fokussiermittel, denn eine optimale Produktlösung mit einer hohen Elutionskraft auf dem gewählten Plattenmaterial ist notwendig für eine höchst mögliche erst danach wirksame Trennkraft. So sind auch feine qualitative Produktunterschiede sichtbar. Das Bild unten zeigt rund 3 % Verunreinigung in den Arzneimitteln R gegen H auf Kieselgel SiO2 / F 254 Glasplatte 100 x 100 mm. Mobile Phase n-Hexan : Methylenchlorid : Ethanol = 500:500:10 µl, Photo unter UV. Aufnahme mit einer RICOH R10 Digitalkamera, Bildgröße 1MB. Ergebnis: geringe Konzentrationsunterschiede in der 3 % Beimengung, ansonsten kein Unterschied bei beiden Hauptprodukten. Diese Aussage IST UNSICHER. Sie erfordert weitere Vergleichs-Chromatogramme auf anderen stationären mit weiteren mobilen Phasen. Nur wenn Unterschiede sichtbar wären, ist das Ergebnis “UNGLEICH” bereits mit einem einzigen Chromatogramm hundertprozentig sicher, wenn die Unterschiede im Überlappungsbereich sichtbar sind. Voraussetzung: Richtige Proben richtig vorbereitet und richtig gegeben.

R0011560-1MB

Keine Unterschiede beim Hauptprodukt gesichert sichtbar. Bei der Zusatzsubstanz im unteren Pr-Bereich könnte sich “R” von “H” unterscheiden, dazu sind jedoch erheblich größere Probenmengen notwendig. Kein Problem mit Dosierpinseln höherer Typennummer wenn die gleiche so gut trennende Phasenmischung verwendet wird.

Das Hauptprodukt des Herstellers “R” ist in Summe etwa gleich stark verunreinigt wie das Hauptprodukt des Herstellers “H”.

BEACHTE: Bei einer ersten “halbquantitativen” Auswertung muss berücksichtigt werden, dass die Multi-Integration einen konstant breiten Messbereich vom Plattenzentrum zum äusserten Chromatogrammkreis quantifiziert.
Näheres im µ-PLC-Buch.

Mikro-PLC erkennt fragliche chemische Früchtebehandlungen für verlustfreie Transporte und Langzeit-Lagerungen ohne Schimmelbildung.
Besonders kritisch: mitunter werden nicht nur viel zu hohe Imprägnierkonzentrationen und damit Substanzmengen an der Fruchtoberfläche angewendet, sondern die verwendeten Stoffe haben nichts mit den zugelassenen Verbindungen wie Imazalil, Thiabendazol, Orthophenylphenol zu tun. Wenn das µ-PLC-Chromatogramm eines Schalenextrakts von Biozitronen so aussieht, wie das Chromatogramm des Schalenextrakts der Bio-Orange im Bild unten und sich des weiteren herausstellt, dass man weder mit kaltem noch genügend heissen Wasser, auch nicht nach Zusatz von Geschirrspülmittel und auch nicht mit Pflanzenöl die Imprägnierung von der ‘Bio’-Zitronenschale herunterbekommt, dann muss man auf das Würzen mit Zitronenschale verzichten. Denn die Chemie der gefälschten aber für (auch sehr) langes Lagern durchaus funktionierenden Imprägnierstoffe ist unbekannt. Und wie kommt dann die Imprägnierung auf die Dünnschichtplatte ? Mit einer Pinselextraktion von z.B. 12 mal ein-Quadratcentimeter großen Methylenchlorid-Pinsel-
extraktionen, die sofort nahe an das Plattenzentrum dosiert werden, indem man den Methylenchlorid-feuchten Pinsel 2-3 Sekunden von der PLC-Schicht aussaugen lässt. Vor der µ-PLC Trennung muss sorgfältig mit 2 L/min Luft bei 20 Grad getrocknet werde, da sich natürlich Wasser beim Dosieren mit niederschlägt. Näheres zur gesamten Technik voraussichtlich bei diesem Symposium (Click). Wir wissen noch nicht, was der UV-
absorbierende ‘Dosierfleck’ ist. Weder neutral, noch ameisensauer oder ammoniakalisch, weder mit Wasser noch mit Methanol oder Methylenchlorid-Methanol-Mischphasen lassen sich die offenbar chemisorbierten Substanzen bewegen. Über Obst-Oberflächenimprägnierung ist viel via Google in Wikipaedia zu finden.

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